Ein Hunde-Leben

Mops_renntDer Mops besitzt ein sehr sonniges Gemüt. Es gibt kaum etwas, das ihm nicht gefällt. Zum Beispiel Aufstehen am Morgen. Wie toll ist das denn! Man trifft die netten Leute vom Vorabend wieder, es gibt Frühstück (sehr wichtig!), es geht raus für Stuhl- und Spaziergang. Wenn all das kein Grund zur Freude ist! Oder der Gang zum Tierarzt! Beim letzten Besuch mussten wir – also Tierärztin, Tierarzthelferin und ich – den Hund zu dritt bändigen, da er bei so viel Aufmerksamkeit keine zwei Sekunden stillhalten konnte, um sich impfen zu lassen.

Besonders schön sind auch die vielen Freunde, die man den ganzen Tag über trifft, egal wo man sich gerade befindet. Das kann der Postbote sein, der Mann im Anzug, der einfach nur vorbeiläuft, ein Kind, ein anderer Hund oder auch ein Pferd. Jeder muss begrüßt werden. Was für den Mops ein „Ich sage freundlich Hallo“ ist, sieht jedoch für den Begrüßten eher nach einer wild gewordenen Mopswurst aus, die auf ihn zustürmt, vor Freude hyperventiliert, eine endlose Zunge ausrollt und damit alles bearbeitet, was nicht sofort in Sicherheit gebracht wird. Dabei wedelt das Schwänzchen so heftig, dass sich der hintere Teil des Tiers eigenständig hin und her bewegt, während sein Vorderteil versucht, auf sein Gegenüber draufzuklettern. Je nach Verfassung des so Begrüßten schwanken die Reaktionen zwischen Fassungslosigkeit und Kampfknuddeln. Wobei Mops nur Letzteres gelten lässt und jede andere Reaktion als „vor Freude sprachlos“ deutet. An alle Nicht-Hundebesitzer: Ignorieren ist die richtige Reaktion. Wenn der Freund zu lange sprachlos bleibt, sucht Mops sich ein anderes Opfer.

Die hyperventilierende Freude setzt aber nicht nur bei der Begrüßung der Freunde ein, sondern auch beim Fressen und Spielen. Im Prinzip besteht das Leben des Mopses aus nichts anderem als Fressen, Spielen und Freunde begrüßen. Dazwischen noch ein Schläfchen, um fit zu sein für die nächste Runde Fressen, Spielen, Freunde begrüßen.

Das Leben ist doch einfach schön.

5 Gedanken zu „Ein Hunde-Leben“

    1. Kleiner Vorabhinweis: Am 20.11. liest die Autorin Tina Voß in Frankfurt aus ihrem Buch „Ex & Mops“ und Voltaire darf als „Gastmops“ dabei sein. Falls du also in der Nähe von Frankfurt wohnst, wäre das eine Möglichkeit:)

      1. Guten Tag – es ist so jammerschade, dass ich nicht mehr in der Nähe von Frankfurt wohne (war nur bis 1986), danach ging es nach München und schließlich nach Ostdeutschland, wo mein Hundebuch „Mein Hund Benno“ spielt. Ich wünsche jedenfalls viel Erfolg bei der Lesung und sehe den witzigen selbstbewussten Voltaire direkt vor mir.

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