Mops und Frauchen arbeiten an der Beziehung

Mops_Blick
Der Mops und ich diskutieren zurzeit die Ausgestaltung unserer Beziehung. Während ich im Zwischenmenschlichen Augenhöhe durchaus schätze, habe ich mir in den Kopf gesetzt, die Mensch-Hund-Beziehung hierarchisch zu gliedern. Und zwar kommt zunächst der Mensch, erst dann der Hund. Allerdings sieht der Mops das nicht so, schließlich ist er in seiner Eigenwahrnehmung eine große muskulöse Bulldogge – auch an diesem Thema arbeiten wir – und als solche durchaus berechtigt, Hierarchien in Frage zu stellen.

Inzwischen gilt es als unumstritten, dass auch Hunde eine pubertäre Phase durchleben. Diese beginnt direkt nachdem sich erste Lernerfolge im Hundehirn eingestellt haben. Zuerst wird gelernt, was „Sitz“ bedeutet, und dann wird das Konzept hinterfragt. So wusste ich früher ganz genau, dass der fragende Blick des Mopses mir sagen will: „Ich weiß nicht, was du von mir willst.“ Und ich weiß, dass der gleich Blick heute heißt: „Ich weiß sehr wohl, was du willst, aber will ich das auch tun?“ Derzeit lautet seine Antwort auf diese fast schon rhetorische Frage meist: „Nein“. Nun haben aber wir Menschen den alleinigen Zugang zu den Futterquellen, was ein durchaus schlagkräftiges Druckmittel ist. Zu meinem Glück und seinem Leidwesen ist der Mops auch nicht groß genug, um sich mal selbst vom Tisch zu bedienen oder verschlossene Türen zu öffnen. Er ist eben doch keine Bulldogge.

Trotzdem wird zurzeit jeder gegebene Befehl hinterfragt. Und wenn man das Stuhlbein nicht von vorne ankauen darf, dann vielleicht von der Seite? Oder von hinten? Oder wenn Frauchen kurz wegsieht? Der Mops ist da flexibel. Frauchen weniger, da sie darauf besteht, dass das Stuhlbein überhaupt nicht angekaut wird.

Leider tröstet der Hinweis anderer Hundebesitzer nicht wirklich, die mir immer versichern, dass das nur eine Phase sei, und im Alter von zwei bis drei Jahren nachlässt. Der Mops ist jetzt ein Jahr alt. Es scheint wohl noch etwas Beziehungsarbeit vor uns zu liegen.

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