Rezension: „Der Tod kommt nach Pemberley“

PemberleyAutor: P.D. James. Erschienen im Droemer Verlag (http://www.droemer-knaur.de/), Hardcover (ISBN 978-3-426-19962-6), Taschenbuch (ISBN 978-3-426-30413-6) oder E-Book (ISBN 978-3-426-41906-9). Übersetzt von Michaela Grabinger.

Erster Satz: Unter der weiblichen Bewohnerschaft von Meryton herrschte Einvernehmen darüber, dass Mr. und Mrs. Bennet von Longbourn bei der Verheiratung von vieren ihrer fünf Töchter Glück gehabt hatten.

Schon der erste Satz zeigt es deutlich: In diesem Buch weht durch jede Seite der Geist von Jane Austen. Die Autorin hat hier kein leichtes Erbe angetreten – aber Hut ab, es ist ihr gelungen.

Elizabeth Bennet und Fitzwilliam Darcy heiraten und ziehen in Darcys Landsitz Pemberley. So endet „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen. Und wie bei vielen Liebesgeschichten ist auch diese damit erzählt. Dachte Jane Austen. Aber eine nicht unbekannte Krimi-Autorin, Phyllis Dorothy James, Baroness James of Holland Park und Schöpferin von Commander Adam Dalgliesh („Ein Spiel zuviel“), wollte den beiden die Ruhe nicht gönnen. Und so geraten Mr. und Mrs. Darcy in die Ermittlungen eines Mordfalls. Im Park von Pemberley geschieht ein Mord. Der Hauptverdächtige ist Wickham. Genau, ebendieser Wickham, der sich bereits in „Stolz und Vorurteil“ nicht gerade positiv hervortut, als er erst die Schwester von Darcy entführen will und es ihm dann mit der Schwester von Elizabeth auch gelingt.

P.D. James ist es großartig gelungen, den Faden wieder aufzunehmen. Auch wenn es sich bei ihrem Roman um einen Krimi und nicht um eine Liebesgeschichte handelt, so nehmen doch auch hier die gesellschaftlichen Gepflogenheiten und deren Befolgung oder Missachtung den wichtigsten Platz ein. Wie geht man gesellschaftlich damit um, dass auf dem eigenen Grundstück ein Mord passiert ist? Was bedeutet das für die Freunde und Angehörigen? Was für die Dienerschaft? Im Buch wird im Detail eine Gesellschaft beschrieben, in der jeder seinen Platz hat und man sich nie allein definiert, sondern immer nur anhand der Rolle, die man im Gesamtgefüge spielt.

Der Roman der im Jahre 2014 verstorbenen Autorin entstand 2011. Und ohne irgendwelche Einschränkungen kann man sagen, dass sie Ton und Stimmung perfekt getroffen hat. Ob es vielleicht interessant gewesen wäre, dem Ganzen einen moderneren Ansatz zu geben, ist fraglich. Denn offensichtlich war dies nicht die Absicht der Autorin, und daher liest sich das Buch genauso klassisch wie ein Werk von Jane Austen.

Fazit: Ein absolutes Muss für Jane-Austen-Fans! Wer deren Stil nicht mag oder „Stolz und Vorteil“ nicht kennt, wird weniger Freude damit haben.

Leseprobe unter: http://www.droemer-knaur.de/buch/7985714/der-tod-kommt-nach-pemberley

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