Rezension: Teufelsgrinsen

cover_teufelsgrinsenAutorin: Annelie Wendeberg. Erschienen bei Kiepenheuer und Witsch (www.kiwi-verlag.de), ISBN Taschenbuch 978-3-462-04643-4,ISBN E-Book 978-3-462-30772-6

Der erste Satz: Endlich finde ich die Ruhe, das niederzuschreiben, was enthüllt werden muss.

Um Ende des 19. Jahrhunderts in London als Arzt anerkannt zu werden, übt Anna Kronberg den Beruf als Mann verkleidet aus. Als Dr. Anton Kronberg, angesehener Epidemiologe, wird sie zu einem rätselhaften Leichenfund gerufen – und trifft dort auf Sherlock Holmes. Holmes durchschaut ihre Verkleidung und ist fasziniert von ihrem messerscharfen Verstand. Gemeinsam beginnen sie zu ermitteln und gehen sich gegenseitig sehr wohl auf die Nerven, was zu witzigen Dialogen führt. Schlussendlich siegt aber der gegenseitige Respekt.

Der Fall ist spannend, das Buch gewinnt aber vor allem durch die Figurenkonstellation – zwei sehr spröde, brillante Köpfe, die nur gemeinsam weiterkommen, aber eigentlich am liebsten allein arbeiten. Was mich persönlich am Anfang lange hat zögern lassen, das Buch in die Hand zu nehmen, ist das inzwischen schon sehr oft gebrauchte Motiv der Frau, die sich als Mann verkleiden muss, um in der Männergesellschaft zu bestehen. Das ist aber Geschmackssache, und so, wie es in die Geschichte integriert ist, ist es glaubwürdig.

Sehr viel schwieriger war die Aufgabe, die sich die Autorin gestellt hat, indem sie zwei so ähnliche Charaktere zu Hauptfiguren machte – Anna und Sherlock, zwei intelligente, aber sehr eigenwillige Figuren. Wunderbar gelöst hat sie das Problem jedoch dadurch, dass sich beide mit ihrer jeweiligen Art, die der eigenen ja sehr ähnlich ist, auf die Nerven fallen. Eine sehr schöne Idee, die überaus gut funktioniert.

„Teufelsgrinsen“ war nicht der letzte Fall des Duos, Teil zwei ist bereits unter dem Titel „Tiefer Fall“ erschienen.

Fazit: Eine gut erzählte Geschichte, die von dem Ermittlerduo lebt. Das Motiv, der Frau, die sich als Mann verkleidet, um beruflich weiter zu kommen, ist zwar nicht neu, aber sehr lesenswert umgesetzt.

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