Rezension „Lost in Fuseta“

„Kommen Sie von einer Beerdigung?“ – „Nein“, antwortete Leander, „ich trage das gerne.“

Inhaltlich ein kleiner Krimi mit fieser Wendung, gut gemacht, aber nichts, was im Gedächtnis bleibt. Im Gedächtnis bleibt die Hauptperson der Geschichte, der autistische Kommissar Lost, der von Hamburg ins portugiesische Fuseta versetzt wird.

Soweit die Ausgangssituation. Spannend ist nun, was der Autor daraus gemacht hat. Natürlich sind die Figuren in gewisser Weise Klischees und leicht hätte das ganze Buch ein Klischee werden können. Jedoch schafft Ribeiro es, die Kurve zu bekommen, und den Figuren Tiefe zu geben, so dass sie nicht im Slapstick gefangen bleiben. Was bei einem Kommissar, der nicht lügen kann, sehr leicht hätte passieren können. Ein bisschen flott und reibungslos ist hingegen die Annäherung der Protagonisten, sowohl was die Kultur also auch was das soziale Handicap angeht.

Doch den eigentlichen Reiz des Buches machen die Dialoge aus. Leichte Sprachspielereien, manchmal ein bisschen platt, aber das Lächeln lässt sich nicht vermeiden. Das fängt schon mit dem Titel des Buches an. Es gibt nicht viele Bücher, durch die man sich hindurch lächelt.

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